IG Metall Bad Kreuznach
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18.06.2019, 01:06 Uhr

WARTEN AUF WEITERE VERHANDLUNGEN

Interview mit Betriebsratsvorsitzender Kay Wohlfahrt von BOGE

  • 02.04.2019
  • Aktuelles, Betrieb

Die derzeitige Situation bei BOGE Rubber & Plastics in Simmern ist eine harte Belastungsprobe für die rund 500 Beschäftigten. Noch immer gibt es kein Ergebnis zwischen Arbeitgeber und dem Betriebsrat. Kay Wohlfahrt hat uns in einem Interview einige Fragen zu der angespannten Lage beantwortet.

1) Wie ist die aktuelle Situation bei BOGE?

Die Situation ist angespannt. Die Mitarbeiter haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Die Sorge und Ungewissheit, wie und ob es in Simmern weitergeht belastet die Kolleginnen und Kollegen sehr. 

2) Woran hapert es gerade?

Der Arbeitgeber fordert Personalkosteneinsparungen in zweistelliger Millionenhöhe für die drei deutschen Standorte. In den Tarifverhandlungen haben wir einen Mix aus betrieblichen Potenzialen, aber auch tarifliche Bestandteile angeboten. Dabei haben wir uns sehr wohl die Frage gestellt, was in der Belegschaft finanziell verkraftbar ist, ohne das die Gesamtleitung darunter leidet. Die Mitarbeiter in Simmern sind motiviert, haben eine positive Einstellung zu ihrer Arbeit und sind auch deswegen ein wichtiger Bestandteil in der BOGE Gruppe. Im Moment liegen die Positionen doch noch weit auseinander. Die Verhandlung wurden deswegen von der Arbeitgeberseite abgebrochen.

3) Wie ist euer Organisationsgrad und wie wirkt sich dieser auf eure Durchsetzungsfähigkeit aus?

Unser Organisationsgrad ist gut, aber noch ausbaufähig. Er liegt mittlerweile bei knapp unter 80 Prozent. Das ist unheimlich wichtig in der Situation, in der wir uns im Moment befinden. Nur gemeinsam kann man viel erreichen. Ich hoffe, dass diejenigen, die sich noch nicht aktiv in der Gewerkschaftsarbeit beteiligen, merken, dass es sich lohnt, die eigene berufliche Zukunft als IG Metall-Mitglied mit zu gestalten. 

4) Was nimmst aus den Verhandlungen für dich mit?

Aus jeder Verhandlung nimmt man etwas mit. Zum Glück bin ich mittlerweile erfahrener in solchen Verhandlungen. In über 20 Jahren ist es für mich nicht die erste Krise, aber eine, die sich zeitlich sehr in die Länge zieht. In einer globalen Welt, in der die Branche der Automobilzulieferer immer mehr unter Druck gerät, wird hart verhandelt; das ist Teil des professionellen Arbeitens. Wichtig ist, dass der Betriebsrat und die Belegschaft geschlossen hinter einem stehen. Das tut gut und motiviert, weiter für den Standort Simmern zu kämpfen und das Bestmögliche zu erreichen.

4) Wie geht es bei euch weiter? Was ist die Perspektive?

Wir hoffen nun auf neue Verhandlungen. Die Signale der Arbeitgeberseite haben wir wahrgenommen. Wir sind zum Dialog bereit und hoffen auf einen Kompromiss. Wir streben eine langfristige Standort- und Beschäftigungssicherung an, dazu zukunftsträchtige Produkte, mit denen man gut aufgestellt in die Zukunft blicken kann. BOGE soll weiterhin ein guter Arbeitgeber mit guten tariflichen Rahmenbedingungen in Simmern bleiben.

Weitere Informationen gibt es hier.

 

 

 


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