Schlichtung Musashi

Keine Kündigungen an der Nahe

08.12.2025 | Betriebsbedingte Kündigungen von IG Metall-Mitgliedern an den Nahe-Standorten des Autozulieferers Musashi sind bis Ende 2028 ausgeschlossen. Musashi sagt zudem konkrete Produkte für die Standorte in Bockenau, Grolsheim und Bad Sobernheim zu. Dieses Verhandlungsergebnis haben IG Metall und die Geschäftsleitung von Musashi nach über 20-stündigen Verhandlungen im Rahmen der letzten Schlichtung erzielt.

Für die an den anderen deutschen Standorten in Leinefelde, Lüchow und Hann. Münden ab 2027 von Kündigungen betroffenen Beschäftigten hat die IG Metall in den Verhandlungen deutlich höhere Abfindungen durchgesetzt als zunächst angeboten. Des Weiteren wird es eine Qualifizierungsinitiative für Beschäftigte geben, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Zusätzlich wurde eine Transferinitiative erreicht, die die Vermittlung gekündigter Arbeitnehmende in neue Jobs unterstützen soll.
„Es ist und bleibt ein Ergebnis der Solidarität. Aus einer defensiven Situation sind wir getreu dem Motto ‚Angriff ist die beste Verteidigung‘ in die Offensive gegangen. Nur die aktive Beteiligung vieler IG Metall-Mitglieder, klare Standpunkte in der Urabstimmung haben diesen Kompromiss überhaupt möglich gemacht. Das war das Team IG Metall.““, beurteilt der Verhandlungsführer der IG Metall, Uwe Zabel, das Ergebnis.
„Besonders der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2028 für IG Metall-Mitglieder an den Nahe-Standorten gibt uns mehr Sicherheit“, so Simone Krämer, Betriebsratsvorsitzende von Musashi an der Nahe „Zudem bekommen wir die Zusage, dass konkrete Produkte wie Hohlräder, Achsantriebsräder und das Truckgeschäft weiter bei uns an der Nahe hergestellt und verarbeitet werden.Darüber hinaus soll Produktion von Hann.Münden und Leinefelde ins Nahetal verlagert werden “ Positiv sieht die IG Metall, dass die geplante komplette Schließung des Standortes in Leinefelde verhindert wurde. Zudem werden am Standort Lüchow weniger Arbeitsplätze abgebaut als zunächst von der Geschäftsführung gefordert. Die Schließung des Standortes Hann-Münden konnte leider nicht verhindert werden. „Der Arbeitgeber hat sich erst bewegt, als wir mit Streiks und betrieblichen Aktionen den Druck erhöht haben. Mit dem positiven Ergebnis unserer Urabstimmung im Rücken hätten wir in einen längeren Arbeitskampf gehen können.“, meint so Ingo Petzold, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Bad Kreuznach. „Das Verhandlungsergebnis schützt unsere Mitglieder an den Nahe-Standorten und stärkt die Standorte für die Zukunft. Jetzt kommt es darauf an, die Chancen, die der Tarifvertrag bietet umzusetzen und die Transformation weiter aktiv zu gestalten. Als IG Metall möchten wir uns beim Schlichter, Herrn Mestwerdt, bedanken, der durch seinen engagierten Einsatz und sein Fingerspitzengefühl zum erfolgreichen Ausgang der Schlichtung beigetragen hat. Das Verhandlungsergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der IG Metall-Mitglieder in der zweiten Urabstimmung an allen deutschen Standorten.

Von: hhh

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