15.12.2025 | Nachdem die zweite Tarifverhandlung der IG Metall Mitte mit dem "Verband der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie Rheinland-Pfalz" zu keiner Annäherung geführt hat, sind Warnstreiks unausweichlich. Die Arbeitgeber waren nicht bereit, ein verhandelbares Angebot zu machen und den Tarifkonflikt zügig zu beenden.
Die Metallerinnen und Metaller fordern in der Holz- und Kunststoff Branche in Rheinland-Pfalz eine Entgelterhöhung von 5 Prozent für 12 Monate und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Der Arbeitgeberverband hat darauf mit einem völlig unzureichenden Angebot reagiert: eine langfristige Vereinbarung ohne Entgelterhöhung für das gesamte Jahr 2026.
Jan-Paul Grüner, Verhandlungsführer der IG Metall Mitte: „Landauf, landab reden die Arbeitgeber die Standortbedingungen in Deutschland schlecht. Die schlechte wirtschaftliche Lage einzelner Betriebe ist der Vorwand, von sämtlichen Beschäftigten einen Reallohnverzicht zu verlangen. Dabei sind die Lohnkosten nicht das Problem. Problematisch ist vielmehr, dass keinerlei Innovationen von den Arbeitgebern ausgehen. Sie zeigen lieber mit dem Finger auf Andere. Das wird die IG Metall nicht widerspruchslos hinnehmen. Wenn die Arbeitgeber den Konflikt eskalieren wollen, werden wir uns dem Stellen.“
Dabei geht es bei weitem nicht jedem Unternehmen schlecht. „Unsere Forderung ist absolut fair und tragfähig. Wer Fachkräfte halten will, muss attraktiv bleiben und die Kaufkraft stärken.“ Unsere betriebliche Befragung im August hat ergeben, „dass 75 Prozent der Befragten die Auftrags- und Ertragslage im Betrieb als „stabil“ bewerten und 72 Prozent einen Ausgleich für ihre gestiegene Kosten wollen“ betont Christian Möckel, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Bad Kreuznach.
„Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit für ihre Forderung vor den Betrieb zu gehen“, unterstreicht Christian Möckel zum Ende der Friedenspflicht die Stimmung bei den Beschäftigten. Zur zweiten Verhandlung am 12. Dezember in Bad Dürkheim erwarten die Mitglieder entsprechende Bewegung auf der Arbeitgeberseite.
Eura Mobil in Sprendlingen hat mit dem ersten Warnstreik am 9. Dezember in unserer Zuständigkeit den Start gemacht.
Im Anschluss an eine Betriebsversammlung machten die Kolleginnen und Kollegen ihrem Wunsch nach Entgelterhöhung lautstark Luft und sind dem Warnstreikaufruf gefolgt.
Die dritte Tarifverhandlung findet am 27. Januar 2025 statt. Die heiße Phase der Warnstreiks beginnt unmittelbar nach dem Jahreswechsel Anfang Januar.