Geplanter Personalabbau bei Continental in Rheinböllen

Autokorso der IG Metall - Beschäftigte setzen Zeichen

  • 10.09.2020
  • Aktuelles

„Wir haben heute ein deutliches Zeichen des Protests gesetzt! Ich bin stolz auf die Kolleginnen und Kollegen, die sich heute am Autokorso beteiligt haben. Wir stehen als Gewerkschafter zusammen und haben auch von anderen Betrieben viel Unterstützung erhalten! Dafür möchten wir uns bedanken!“ Volker Diel, BR-Vorsitzender von Conti Teves in Rheinböllen

  • Der Automobilzulieferer Continental hat einen umfangreichen Arbeitsplatzabbau angekündigt.
  • Alleine in Deutschland sollen über 13.000 Stellen wegfallen.
  • Am Standort in Rheinböllen sollen über 400 Arbeitsplätze – Stand heute – abgebaut werden.
  • IG Metall wehrt sich gegen den Beschäftigungsabbau und fordert eine tragfähige Zukunftsbrücke.

„Wir sind erschüttert und wütend zugleich. Mit einem derart radikalen Kahlschlag konnte niemand rechnen“, kommentiert Ingo Petzold, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach die Ankündigung des Managements im Betrieb. „Nach Jahren voller satter Renditen hat das Unternehmen keine bessere Idee als einen radikalen Arbeitsplatzabbau anzukündigen. Dabei sind es die Beschäftigten, die die Renditen erarbeitet haben.“ Hinzu
kommt, dass die Beschäftigten in Rheinböllen bereits jetzt ihren Beitrag zum Erhalt des Standortes leisten. Erst Ende 2019 wurde vereinbart, 250 Stellen abzubauen, um die Zukunftsfähigkeit des Standortes Rheinböllen zu  gewährleisten.

Die Automobilindustrie und damit auch die Zulieferer sind in turbulentem Fahrwasser. Die Transformation wird durch die Folgen der Corona-Krise verstärkt und beschleunigt, das steht auch für IG Metall und Betriebsrat außer Frage. Entgegen anderer Unternehmen aus der Branche, wie ZF, Bosch oder Mercedes, wurde bei Continental auf Konzernebene noch nicht einmal der Versuch unternommen, im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern eine gemeinsame Lösung zum aktuellen Problem zu finden. Die einfache Antwort der Konzernleitung von Continental lautet: Mitarbeiter entlassen, um die Personalkosten zu drücken. „Continental hat sich bisher auf die Solidarität und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in Rheinböllen immer verlassen können. Man hat schmerzhafte Maßnahmen getroffen und erst Ende 2019 ein Zukunftspaket für Rheinböllen vereinbart. Die Beschäftigten sind in die Kurzarbeit gegangen und haben auf Entgelt verzichtet. Alles für den Standort in Rheinböllen. Und aus Dank fällt uns die Konzernleitung jetzt in den Rücken. Das ist keine Strategie und das ist auch kein fairer Umgang, das ist eine Kampfansage an alle Beschäftigte“, beschreibt Petzold die Situation. Die IG Metall sieht einen enormen Vertrauensverlust und stellt in Frage, wie man mit den Beschäftigten die Herausforderungen der Transformation bewältigen wolle, wenn man von Seiten des  Konzernmanagements schon jetzt einen solch unfairen Umgang pflege.

Deshalb wird sich die IG Metall gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten zur Wehr setzen und für den Standort und die Arbeitsplätze in Rheinböllen kämpfen. Die IG Metall fordert für Rheinböllen ein tragfähiges Konzept um Arbeitsplätze und Standort dauerhaft abzusichern. „Wir brauchen eine tragfähige Zukunftsbrücke in Rheinböllen, damit wir mit den Beschäftigten gute Produkte für eine digitale Zukunft bauen können“, so Petzold.