Tarifkommission beschließt Forderung

Einkommen und Beschäftigung sichern

  • 17.11.2020
  • Aktuelles, Tarif

Die Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen haben sich auf eine Tarifforderung geeinigt. Gefordert wird ein Volumen von 4 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Die Forderung für die fast 420.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrieim Bezirk Mitte ist beschlossen,
ein Tarifpaket geschnürt. »Ein Sicherheitspaket, das geeignet ist die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu lindern und die Herausforderungen der Transformation zu bewältigen,« so Jörg Köhlinger, IG Metall-Verhandlungsführer und Leiter des Bezirks Mitte. Die IG Metall hat die unterschiedliche wirtschaftliche Situation der Betriebe in ihrer Forderung berücksichtigt. Für die Absicherung und Entwicklung von Einkommen sowie die Sicherung von Beschäftigung will die IG Metall Mitte ein Gesamtvolumen von 4 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten durchsetzen. Die anstehende Transformation ist eine Herausforderung, der mit einer 4-Tage-Woche vorausschauend begegnet werden soll. So bietet sie beispielweise notwendige Qualifikationszeit. Zudem erwartet die IG Metall deutliche Signale in Richtung einer 35-Stunden-Woche in Thüringen. Nach 30 Jahren ist es längst überfällig die Ungleichheit zwischen Ost und West zu beseitigen.

Jörg Köhlinger schwor die Tarifkommissionsmitglieder auf eine sehr schwierige Tarifbewegung ein. So hätten die Arbeitgeber in Hessen und Thüringen noch vor Beschluss der Tarifforderung erklärt, dass sie sich nicht bewegen wollten. Das könne man vielleicht noch als übliche Standardreaktion abtun. Hingegen sei das Ziel vieler Arbeitgeber, die Pandemie zum Arbeitsplatzabbau zu missbrauchen, eine Provokation für alle Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie und klares Zeichen, dass die Arbeitgeber in vielen Betrieben den Konflikt wollten. Vor diesem Hintergrund verlange die IG Metall Entgelt und Beschäftigungssicherung, auch für die junge Generation. Nicht tarifpolitische Lethargie und Tatenlosigkeit, sondern Gestaltungswille und entschlossenes Handeln seien gefragt. Die Tarifvertragsparteien hätten schließlich auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung. Der Vorstand der IG Metall wird am 26. November die Tarifforderung endgültig beschließen. Die erste Tarifverhandlung mit der Mittelgruppe sowie dem Arbeitgeberverband in Thüringen soll im Dezember stattfinden. Die Entgelttarifverträge laufen zum 31. Dezember aus, die Friedenspflicht endet am 1. März 2021.

Dazu die Kommentare "unserer" Tarifkommissionsmitglieder der IG Metall Bad Kreuznach:

Simone Krämer: „Die Beschäftigungssicherung ist für uns das oberste Gut. Das werden wir auch zu unseren betrieblichen Verhandlungen für einen Zukunftstarifvertrag fordern“

Heike Downey: „Wir haben das richtige Forderungspacket für die Zukunft geschnürt.“

Mario Paulus: „Die IG Metall hat mit den Forderungen gezeigt, dass unsere Ideen Hand und Fuß haben. Es ist eine Maßvolle Forderung, die sich auch im Geldbeutel wiederspiegeln muss.“